top of page

Eine Ausstellung, die zu sprechen beginnt

Betriebskultur/wk
19. Aug.
2 Min. Lesezeit

Für die KZ-Gedenkstätte Engelbergtunnel in Leonberg entwickeln wir eine Hörführung – und anschließend eine mehrteilige Podcastserie.

Blick in die Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Engelbergtunnel in Leonberg.

Geschichte lässt sich nicht nacherleben. Aber sie lässt sich erschließen.

In Leonberg erinnert die KZ-Gedenkstätte Engelbergtunnel an das Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler. Tausende Häftlinge mussten 1944 und 1945 unter unmenschlichen Bedingungen im Engelbergtunnel für die Rüstungsindustrie arbeiten.

Die Ausstellung im ehemaligen Tunnel dokumentiert das Lager, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Häftlinge und das Grauen, dem sie ausgesetzt waren. Schautafeln, Bilder, Dokumente und Exponate machen die historischen Zusammenhänge sichtbar.

Künftig soll man sie auch hören können.

Kein Audioguide. Eine Hörführung.

Ausstellungsstation in der KZ-Gedenkstätte Engelbergtunnel mit einem Zitat eines ehemaligen Häftlings.

Betriebskultur entwickelt für die KZ-Gedenkstätte pro bono eine Hörführung. Sie führt über den Vorplatz und durch sechs Stationen der Ausstellung.

Dabei geht es nicht darum, die vorhandenen Texte einfach vorzulesen. Die Ausstellung bleibt der Hauptdarsteller. Das Audio verbindet ihre Themen, erklärt Zusammenhänge und lenkt den Blick gezielt auf Bilder, Dokumente und Exponate.

Es übernimmt die Rolle eines unsichtbaren Kurators.

Die Besucherinnen und Besucher werden durch die Ausstellung geführt, ohne dass ihnen das eigene Sehen und Nachdenken abgenommen wird. Die Hörführung ordnet ein, schafft Übergänge und gibt dem Rundgang einen roten Faden.

Aus Quellen wird eine Podcastserie

Die Hörführung vor Ort ist der erste Teil des Projekts.

Im zweiten Schritt soll eine mehrteilige Podcastserie entstehen. Grundlage dafür sind die umfangreichen Inhalte der Gedenkstätte: Texte der Website, historische Quellen, Schriften, Untersuchungen und weitere Dokumente.

Dieses Material wird gesichtet, geordnet und redaktionell verdichtet. Daraus entsteht keine bloße Vertonung des Archivs, sondern eine eigenständige Erzählung in mehreren Folgen.

So werden die historischen Inhalte auch außerhalb der Gedenkstätte zugänglich – für Schulen, für Interessierte und für Menschen, die den Engelbergtunnel nicht selbst besuchen können.

Hören schafft einen anderen Zugang

Audio kann Geschichte nicht erklären, indem es sie vereinfacht. Aber es kann helfen, Zusammenhänge verständlich zu machen, Stimmen hörbar werden zu lassen und Aufmerksamkeit zu führen.

Genau darum geht es bei diesem Projekt: nicht um mehr Medien. Sondern um einen weiteren, verantwortungsvoll gestalteten Zugang zur Erinnerung.

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page